Oktoberfest und Navrati

(gesendet am 30. September 2009)

Servus beinander,

bevor jetzt doch noch einer von Euch beim galaktischen Sicherheitsrat anruft und sich nach meinem Verbleib erkundigt (siehe die Heimatpost von letzter Woche [ http://www.informagic.org/Modules/Newsletters/ShowNewsletter.aspx?ID=103 ]), meld ich mich doch heute noch bei Euch. Letzte Woche war ja kurzzeitig der Server außer Gefecht, aber nachdem die Probleme mit .NET 3.0 behoben sind, geht's wieder munter weiter.

Was ich noch ergänzenderweise zu den beiden Brasilien-Ausgaben dazusagen muß, das ist, daß ich dieses Jahr schon im September Weihnachtslieder gehört hab. Genauer gesagt, ein Weihnachtlied, ein amerikanisches nämlich, das aus irgendeinem Grund sich ständig wiederholend in den Iberia-Flügen zwischen Lissabon und Madrid abgespielt wird. Nahezu apokalyptische Ausmaße erreichte meine dadurch erregte miserable Stimmung beim Rückflug von Madrid nach Lissabon, weil wir eine geschlagene Stunde im Flieger gesessen sind, ohne daß jemand die Klimaanlage an- oder eben dieses unerträgliche Weihnachtsgedudel mittem im Sommer abgeschalten hätte. Und als Belohnung, das alles ohne Beschwerde beim Steward ausgehalten zu haben, haben die Helden dann mein Gepäck verschlamt und die Ankunftsbenachrichtigung dann auch noch an die falsche Telefonnummer geschickt.

Na gut, jetzt aber zu erfreulicheren Dingen. Zum Beispiel zum heutigen PhD-Comic [ http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=1231 ], von dem meine Melli sicher zugeben wird, daß er voll aus dem Leben gegriffen ist. :-) Aber jetzt endgültig zur vergangenen Woche und ihren Highlights. Das erste davon ist, daß ich jetzt (mit zwei Jahren Verspätung sozusagen) tatsächlich in einen Lateintanzkurs gehe, und wir konnten sogar Pramod dazu überreden, mitzumachen. Am Freitag haben wir endlich die langersehnte (und schon verloren geglaubte) Gelegenheit nutzen können, unsere Tracht anzuziehen, denn da war das Oktoberfest in Lissabon. Ihr könnt Euch die Fotos online anschauen [ http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=45 ]; wir hatten unseren Spaß -- ich vor allem damit, dafür zu sorgen, daß diverse Kollegennasen mit Schnupftabak voll waren, was dann mit entsprechend vielen Tränen honoriert wurde -- aber so richtig der "real deal" wars nicht. Im Gegensatz zu vor zwei Jahren kam das Bier aus Fässern mit der Aufschrift "cerveija central" (hinterher als zur Sagres-Brauerei gehörig bestätigt), die Brezn waren zu blond, der süße Senf ein mit Honig verrührter scharfer, und die vermeintlichen "Weißwürschte" aus dem Material, aus dem man im restlichen Jahr Flummis herstellt. Und die Musik, mit Verlaub, war vor zwei Jahren um Meilen besser (obwohl das die Portugiesen vermutlich nicht geschnallt haben). Aber es gab auch schöne Höhepunkte, zum Beispiel portugiesischsprachige Lebkuchenherzerl, Spätzle aus dem Bioladen und Bier vom Neumarkter Lambsbräu, das, als Überraschung vor meine Melli plaziert, ein Grund zum Heiraten gewesen wäre, wenn wir's nicht schon wären.

Sonntagabend waren wir dann noch im indischen Tempel, wo der Höhepunkt vom Navrati-Fest gefeiert wurde (hoffentlich hab ich das jetzt richtig in Erinnerung). Melli hat mal wieder beim Tanz geglänzt, während ich mich zwischen all den Indern zum Affen gemacht hab, weil ich es nicht fertig gebracht hab, Arme und Beine zu koordinieren. Das Essen hinterher war wieder unglaublich und erneut eine Bestätigung dafür, daß das, was man in München selbst in den hochgelobtesten indischen Restaurants bekommt, Fastfood ist im Vergleich zum echten Erlebnis. Die Fotos von unserm Besuch im Tempel gibt's ebenfalls unter oben genannter Adresse [ http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=45 ].

Tja, und gestern abend (und das ist auch der Grund dafür, warum der Newsletter mal wieder verspätet ist), hab ich Dank Melli zum ersten Mal im Leben bei einer Kardiofitneßstunde in unserm Fitneßstudio mitgemacht, und erneut die Gelegenheit gehabt, unter Beweis zu stellen, daß man bei der Koordination von zwei Händen und zwei Füßen scheitern kann, selbst wenn das Tippen mit zehn Fingern auf den unterschiedlichsten Tastaturlayouts kein Problem ist. Hoffentlich geht das nachher beim Tanzen nicht so weiter...

Recht viele liebe Grüße aus dem immer noch supersonnigen Lissabon

von Euerm Anderl