Die große Fahrt nach Lissabon!

(gesendet am 2. September 2009)

Guten Abend Ihr alle!

So, jetzt seht Ihr auch, wie mich mein neues Leben (beziehungsweise meine Frau) auf Trab hält: Es ist Mittwochabend geworden, bevor ich dazu komme, Euch ein bißchen was von unserer Abenteuerreise zu erzählen! Am Montag haben wir nämlich das Fitneßstudio erkundet (also eigentlich hab ich Melli geholfen, es zu erkunden), und gestern waren wir auf Martas Abschiedsfeier eingeladen. Heute haben wir auch schon einen langen Spaziergang hinter uns zum Largo do Monte -- um die Wahrheit zu sagen, kennt Melli nach noch nicht mal einer Woche schon Plätze in Lissabon, die ich in den vergangenen zwei Jahren noch nicht entdeckt hab. :-)

Doch jetzt zu unserer Fahrt. Los ging es am Sonntag vor einer Woche in der Früh um halb neun, und zwar in Richtung Schweiz, wo wir uns mit Adolfo, einem Freund von Melli, in der Nähe von Lausanne treffen und die erste Nacht verbringen wollten. Obwohl das nur die zweitlängste Wegstrecke war (ungefähr 680 Kilometer) sind wir dank ein paar denkwürdigen Staus, dem schlimmsten davon in Basel, erst abends um halb sieben im kleinen Städchen Morges angekommen. Viel Zeit war dann auch nicht mehr zum Ratschen.

Am Montag ging es dann weiter über die französische Grenze nach Südfrankreich, wo augenscheinlich so viele Deutsche wohnen, daß die Autobahnschilder auch auf Deutsch beschriftet sind. Und damit mein ich nicht nur "Rappel"! ;-) Jedenfalls sind wir dann ohne durchaus befürchtete weitere Verkehrsstaus an unserem zweiten Nachtstop angekommen; irgnedwo auf der Wegstrecke zwischen Carcassonne und Toulouse. Melli hat mich da mit einer geradezu atemberaubenden Perle von Hotel überrascht: Die beiden Besitzer sind vollkommen verliebt in Kerala (den südlichsten indischen Bundesstaat), und haben aus einem alten Bauernhof einen wahren indischen Traum mit viel Liebe zum Detail gezaubert. Wir wollten eigentlich gar nicht mehr aufbrechen und den Salzwasserpool, die selbstgemachte Feigenmarmelade und die mit aus Indien importierten Möbeln dekorierte Suite mit der tollen Dusche hinter uns lassen...

Naja, schließlich haben wir uns dann doch aufgerafft, denn Spanien und die Isla Cantabria haben gerufen. Und auch das hat sich wieder gelohnt. Wie schon die vorherigen Tage, waren wir auch am Dienstagabend wieder fix und fertig von der Fahrt, aber der Blick auf die Atlantikküste in Quejo, ein ziemliches Stück westlich von San Sebastián gelegen, hat die Strapazen wieder ausgeglichen. Auch der nächste Tag hat uns immer wieder mit traumhaften Blicken auf die Atlantikküste belohnt, und über die streckenweise noch nicht fertiggestellte Autobahn hinweggetröstet, so daß wir relativ entspannt an unserem letzten Nachtstopp in Os Anxeles, etwa acht Kilometer von Santiago de Compostela entfernt, ankamen.

Und am letzten Donnerstag ging es dann schließlich an Porto, Coimbra, Pombal und Leiria vorbei nach Lissabon -- wo uns schon an der ersten Ampel einer der Scheibenwischer am ausländischen Kennzeichen erkannt und trotz heftigster Proteste von Melli unsere Windschutzscheibe mit einer gelblichen Flüssigkeit besprenkelt hat, von der wir geflissentlich vermeiden, etwas anderes anzunehmen, als daß es Seifenwasser gewesen sein könnte. Ein paar in Farbfotos festgehaltene Situationen könnt Ihr Euch wie üblich auf meiner Homepage (http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=44) zu Gemüte führen.

Am Samstag werden wir wohl, wenn alles klappt, zum Kanufahren gehen, aber das ist eine andere Geschichte. Bis dahin ganz viele liebe Grüße aus Lissabon,

Euer Anderl