Ein arbeitsreiches Wochenende

(gesendet am 31. July 2009)

Servus miteinander!

Irgendwie sind die Publikationsdaten der Heimatpost gegenwärtig ein bisserl rückläufig. Dabei gäb's eigentlich schon genug zu erzählen; die Sache ist eher, dass ich momentan entweder keine Zeit hab, oder so geschafft bin, dass ich nur noch ins Bett sinke. Was wiederum daran liegt, dass doch ein gewisser Betrag an Arbeit vorliegt, der abgearbeitet gehört. In dem Zusammenhang kann ich auch gleich noch die Frage nach den Flitterwochen beantworten -- oder eher auf folgende Ressource hinweisen, die die Beziehung zwischen Doktoranden und Urlaub trefflich erläutert: http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=1204.

Jetzt aber zu ein paar Beispielen dessen, was mich so auf Trab hält. Da ich gestern abend erst wieder mit dem Training im Fitneßstudio begonnen habe, um mir den Mitgliedsbeitrag für den Juli zu sparen, hab ich mir am Freitag meinen Ausgleich verschafft, indem ich mal wieder zur Stierkampfarena gewandert bin. Untendrunter gibt es einen sehr gut sortierten Supermarkt, der mit allerlei exotischen Sachen aufwarten kann. Da stehen neben den einheimischen Müslisorten und Milch von den Azoren Sauerkrautgläser und Delikatessen aus deutschen Landen; sie haben eine Wursttheke, wie ich sie eigentlich nur vom Vinzenz Murr her kenne, und am Freitag hab ich sogar Leberkäs dort entdeckt.

Der Ausgleichssport am Samstag bestand dann darin, zum Baumarkt zu pilgern und anschließend für den Rest des Vormittags zum Schreiner zu werden. Denn, so hat mich die Erfahrung gelehrt, Ikea-Betten bedürfen der Nacharbeit. Im Klartext heißt das, daß durch einfaches Umdrehen im Bett der Bettrahmen so weit auseinandergedrückt wird, daß der Lattenrost mitsamt der Matratze und mir drauf durch den Rahmen kracht. Aber dank der jetzt eingeschraubten Latten und Winkeleisen müssen schon die Füße abbrechen, damit ich wieder auf dem Boden lande. "I cancelled research and became a carpenter for one day," ums mit den Worten von Charu zu sagen. :-) Trotzdem: Das nächste Mal kauf ich gleich was Gescheites.

Bücher hab ich auch eingebunden am Samstag, und das betreffende Prozedere wohl recht gut von meiner Mama abgeschaut, denn es hat gut hingehauen. Einziges Manko: Nachmittags ist es zur Zeit so heiß, daß die Schere allein durch Ablegen und nur gelegentliche Hochheben nahezu unanfaßbar wurde. Und die Einbindefolie weich wie Butter.

Naja, und dann, weil ich doch in Erklärungsnot bin, was meine bleiche Hautfarbe angeht, die ich trotz des Lebens in Portugal immer noch vorzeigen kann: Anstatt den Nachmittag am Strand zu verbringen, war ich gefühlte zweihundert Mal noch beim Einkaufen. Aber so ist das halt, wenn man wegen jedem Trumm extra rennen muß, weil man sich nicht mehr als das eine auf einmal merken kann... Tja, und am Abend hat sich dann die Jalousie verkantet, das Trägerrohr ist aus der Halterung gerutscht, und vier von den Rippen sind auf den Balkon des Nachbarn unter mir gekracht. Gott sei Dank nicht auf die Strasse; ich mag gar nicht wissen, was passiert wär, wenn das jemanden getroffen hätte. Momentan kann ich also die Jalousie nicht hochziehen, und nach außen klappen geht auch nicht, weil sonst das Eisenrohr der Halterung, das gegenwärtig noch außen am Fenster lehnt, auch noch runterfallen würde. Ach ja, erschwert wird das ganze natürlich dadurch, daß ich im zweiten Stock wohne -- ohne Balkon vorm Fenster. Aber angeblich sollte heute zwischen drei und vier jemand kommen, der die Latten vom Balkon unter uns holt und mir meine Jalousie repariert. Der Wohnungsverwalter hat am Montag gemeint, ich soll mir keine Gedanken machen, und das kommt halt vor und ist bei ihm auch schon des Öfteren passiert, und die Jalousien sind halt "antiga" (was man hier meiner Meinung nach getrost mit "antik" übersetzen darf), und kein Problem, keine Panik, etc. etc. -- Portugiesische Coolness halt.

Portugaltypisch ist dann natürlich keiner gekommen. "Heut abend" oder "morgen" oder irgendwann halt, mein mein Vermietervater, weil "es ist ja nicht dringend". Aber die runtergefallenen Latten hab ich putzen sollen. Mensch Meier.

Ja mei, und zu guter letzt sollte ich doch noch auch was davon sagen, daß ich seit Donnerstag tatsächlich wieder arbeite. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen, "an meiner Promotion arbeite", denn vor der Hochzeit wars ja auch eine Schufterei, allerdings eine andere. Und angenehmer außerdem mit der tollen Frau an meiner Seite. Ein paar der "inoffiziellen", sprich: Nicht-vom-Fotographen-Fotos, hab ich Euch jetzt mal hochgeladen auf http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=42 -- mehr gibt's dann noch zu sehen, wenn die Bilder von Claudia, unserer Fotographin, fertig sind, und wenn wir die Fotos von den Einwegkameras eingescannt haben.
 
Bis dahin erstmal viele liebe Grüße aus dem sonnigen Portugal von

Euerm Anderl