Ich brauch mal Urlaub... ;-)

(gesendet am 22. October 2007)

Griaß Eich,

ich bins bloß wieder mit dem Wochenbericht. Auch in der vergangenen Woche hab ich mich natürlich wieder darum bemüht, daß Euch beim Lesen der Heimatpost nicht langweilig wird. Angegangen ist es damit, daß ich um eine Wunschliste betreffend der Harwareausstattung meines Laptops gebeten worden bin. Das hat gewaltig pressiert, aber bestellt ist er immer noch nicht wegen Lieferschwierigkeiten zum einen und auch deshalb, weil sich scheinbar niemand so recht damit auskennt, wie das Geld aus dem richtigen Topf zu holen ist. Naja...

Am Dienstagabend hab ich mit Nelson (einem Mit-PhD-ler), Francesco (einem anderen Mit-PhD-ler), deren Freundinnen und der Schwester von Nelson samt Freundin den Onda Jazz Clube in der Alfama besucht, um mir die Reuinion Big Jazz Band anzuhören. Anschließend war ich dann so dreist und bin auf den Dirigenten zugegangen und hab ihn einfach gefragt, ob er noch einen Trompeter brauchen kann. Kann er im Moment nicht, weil sie voll besetzt sind, aber zumindest hab ich meine Telefonnummer an den Mann gebracht und hab auch seine. Außerdem hat er mich zur Probe eingeladen, was ja auch schonmal was ist.

Mittwochs war ich mit unserer Pfarrerin, deren Mann und Tochter und noch einem von der Kirchengemeinde beim Abschiedsessen, weil die drei nämlich am Mittwoch nach einem Jahr Lissabon wieder nach Deutschland ziehen. Für Euch Daheimgebliebene wird das recht einfallslos klingen, aber ich hab einen sogenannten "Bayrischen Bauernteller" gegessen und mich dabei und dem Erdinger irre wohl gefühlt. :-) Sauerkraut, Nürnberger Bratwürstl und dann noch so a grobe Bratwurst, a Polnische oder so. Bestellt hab ich das Ding aber wegen dem Leberkaas. Ja-woll, da gibt's ein Deutsches Restaurant in Lissabon!!! *grins*

Der Ana, also meiner Sprachlehrerin, hab ich beigebracht, "Anderl" zu mir zu sagen. Respekt; für Portugiesische Stimmbänder und Zungen ist das nämlich eine echte Zumutung, und sie hat das nach ein bisserl Übung bravourös gemeistert. Mittlerweile glaub ich, daß das Portugiesische zu lernen genauso ist, wie wenn jemand Deutsch lernen will und man gleich mit den Dialekten loslegt...

Ja, am Donnerstag wollt ich die Gelegenheit nutzen (weil einen freien Abend hab ich ja bis jetzt noch kaum gehabt), um ins Fitneßstudio zu gehen und endlich diesen Vertrag zu unterschreiben. Aber die Empfangsschalterdame hat mich dann wieder heimgeschickt und gemeint, ich soll doch lieber heut oder morgen hingehen, weil ich mir dann nämlich spare, für den Oktober noch zu zahlen. Hey, ich hab mir 50 Euro gespart, was mich schon richtig freut!!!

Ach, liebe Leut, da fällt mir noch was ein: Ich hab letzte Woche drei verschiedene Postsendungen gekriegt, und drei Verschiedene Variationen des Straßennamens gelesen, von denen natürlich bloß eine richtig war. Eigentlich ging's nur um das Wörtchen "Freiras" (das erklär ich gleich), das ich einmal so, also richtig, einmal als "Freias" und einmal als "Freitas" gelesen hab. (Also in meiner alten Adresse war "Freitas" mit drin, also ist die Unklarheit verzeihbar.) Also nochmal: Ich wohn in der Travessa das Freiras a Arroios. "Freiras" heißt "Klosterschwestern", und zwar nenn sich die Straße deshalb so, weil da die beste Schule Portugals liegt. Ich weiß jetzt net genau, wie die heißt, aber sie ist halt eine Privatschule und wird von einem Orden geleitet. Natürlich muß man katholisch sein, um da reinzudürfen...

Am Freitag war ich in Sesimbra, wo wir beim Test eines unserer Roboter zuschauen wollten. Naja, wollten, weil halt wegen irgendeinem Transportschaden nix gegangen ist. Aber auf die Art hatte ich einen wunderbaren Tag am Strand bei einem Wasser, das so kristallklar war, wie ich's noch nie gesehen hab, jedenfalls nicht im Meer. Leider hab ich Depp natürlich in meinem Arbeitseifer nicht im Entferntesten drangedacht, daß ich zum Robotertest meine Badehose mitnehmen könnte. Der einzige, der schlau genug war, ist Reza, ein Postdoc. Ah, spricht Bände, oder? Nichts auf der Welt kann mangelnde Erfahrung wettmachen. ;-)

Nachdem ich am Freitag Urlaub gemacht hab, hab ich mir gedacht, kann ich ja am Samstag arbeiten. Leut, wenn ich den gleichen Maßstab anlegen würd wie daheim und mir denken, oh, heut ist das Wetter zu schad zum In-der-Bude-hocken, dann tät ich nur an vier Wochenenden im Jahr wirklich meinen Papierverhau bekämpfen und Hausaufgaben machen. *doppelgrins*

Ah ja, im Großen und Ganzen war's das wieder. Têm bom semana,

Euer Anderl