Mein Leben im Zeichen des Fußballs

(gesendet am 21. April 2009)

Guten Abend Ihr Lieben!

Hier kommt mal wieder Euer Lieblings-Auslandskorrespondent mit den neuesten Nachrichten aus Portugals Hauptstadt Nummer eins. Wie wohl allgemein bekannt sein dürfte, kann man in Portugal entweder Sporting-Fan sein, ein Fan von Benfica oder einer von Porto. Fußball nicht zu mögen ist ein nichtexistenter Zustand für das Bewußtsein des Portugiesen, und wird bestenfalls schlichtweg ignoriert. Mein Montagabend (also der von letzter Woche) stand ganz im Zeichen dieser Tatsache. Am Abend hab ich mich mit zwei Fitneßstudiobekannten unterhalten, die unbedingt wissen wollten, wo ich stehe -- erstaunlicherweise hat einer der beiden die Ansicht vertreten, Fußball an sich ist supertoll, aber die Vereine sind miserabel, weil es sich nur um Kommerz dreht. Hätte nicht gedacht, daß noch jemand anders dieser Meinung ist. Und dann hab ich es grade noch ins Postamt geschafft, um meine Osterpost abzuholen. Und der Postler hat dann, als er meinen Personalauswei überprüft hatte, gewitzelt, daß er mir das Packerl nicht geben kann, weil ich aus München bin, und der Verein, der in zwei Spielen Sporting 12:1 geschlagen hat auch da her kommt. Was ich alles erleiden muß! Da könnt ich, wenn's mich auch nur entfernt tangieren würde, glatt Sechzger-Fan werden.

Endlich, endlich hab ich am Mittwoch wieder in die Bigbandprobe gehen können. Leut, das ist mir vielleicht abgegangen! Ich hab zwar enorm viel Barockmusik gemacht in den letzten Wochen, aber der Jazz ist bissl zu kurz gekommen.

Am Sonntag hab ich in der Kirche in Carcavelos einen Brasilianer kennengelernt, Berto, und nochmal Gelegenheit gehabt, mein Portugiesisch an seine noch immer viel zu engen Grenzen zu treiben. Aber es hat ganz gut geklappt; ich hab den Dieter nur dreimal um Hilfe bitten müssen in diesen zwanzig Minuten.

Tja, ansonsten war noch eine Besprechung am späten Sonntagnachmittag, und auch sonst ist das Wochenende ganz im Zeichen der Hausaufgaben gestanden. Aber es war immer noch zu kalt und vor allem zu naß, um draußen was unternehmen zu können. Jetzt könnt ich mich eigentlich schon gut über ein bisserl Sonne freuen. Mernout ist heut von einem Wochenendausflug nach Holland zurückgekommen, und war glatt sonnenverbrannt im Gesicht. Ich finde, das sagt einiges über den gegenwärtigen Wetterzustand in Portugal.

Okay, das war's für heut. Ich muß noch ein bisserl was erledigen. Allem voran meine eMails der vergangenen Woche fertig abarbeiten! Gell, Marco? :-)

Cheers,

Euer Anderl

P.S.: Lachen kann ich grad so schlecht. Das liegt an dem heftigen Bauchmuskeltraining, das ich mir aufgehalst hab. Aber jetzt kommt der Sommer (auch wenn sich's grad nicht so anfühlt) mit all den großen Ereignissen, und da muß ich halt dann durch. Wenn mir bloß jetzt nach der Fastenzeit das Weglassen der Süßigkeiten nicht ganz so schwerallen würde!!! *seufz*