Kulinarische Erlebnisse mit der Haute Cuisine

(gesendet am 31. March 2009)

Guten Abend, Ihr Lieben!

Vergangene Woche ist es zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren und gut 70 Ausgaben der Heimatpost passiert, daß ich sie wegen zu viel Arbeit ausfallen lassen mußte. Ich hoffe, das passiert nicht öfter. Aber ein Abgabetermin und die Projektbesprechung in Montpellier haben mir keine Wahl gelassen.

Dabei war insbesondere das Wochenende vor dem letzten Montag schon erwähnenswert. Denn ich war erst am Samstagabend mit Dieter in der Riverside Church, wo am Kinoabend der Film "The case for faith" gezeigt wurde von Lee Strobel. Und am Sonntag war dann Trompetenspielen angesagt im Taufgottesdienst von Rutes Kindern. (Rute ist wie Carina Organistin bei uns in der Kirche.) Anschließend gabs ein Festessen in Benavente, ungefähr eine Fahrtstunde von Lissabon entfernt.

Und das Thema bringt mich auch gleich nach Frankreich. Denn, bei allem nötigen Respekt, überwältigend war das Essen dort echt nicht. Davon abgesehen, daß mein Bedarf an Entenbrust jetzt überaus reichlich gestillt ist (gab es mittags und auch abends drei Tage hintereinander), hab ich den gestrigen Sonntag im Bett verbracht, weil die Austern wohl alles andere als frisch waren. Und so richtig wohl ist mir immer noch nicht. Davon abgesehen find ich (Achtung: Das ist jetzt meine persönliche Meinung) es regelrecht barbarisch, wie sie ihre Bullabaise zubereiten. Denn, um einem die Bestellung "schmackhaft" zu machen, kommt der Kellner mit einem Riesentopf, in dem die Zutaten aufgereiht sind: Einige Fische, über die Krabben und Schildkröten krabbeln. Und daß die Fische tot sind, bevor sie in die Suppe kommen, liegt wohl nur daran, daß sie außerhalb des Wassers ersticken. Daß ich nach dem Anblick noch was essen konnte, wundert mich selber, aber die Suppe hab ich wieder abbestellt, bevor die Viecher ins kochende Wasser kamen.

Abgesehen von diesen Erlebnissen war es schon ganz nett. Es ist witzig, zu sehen, wie sie alle ihr Frühstücksbaguette am Samstag nach Hause tragen, und davon abgesehen ist Montpellier selbst auch ganz schön. Und sobald das letzte Übelkeitsgefühl weg ist und die Blessuren vom Beachvolleyball verschwunden sind, kann ich sicher auch das Projekttreffen langsam vergessen, das zwar erfolgreich, aber nur halbwegs produktiv war. ;-)

Ich mach jetzt noch ein paar Hausaufgaben und dann geht's ab in die Heia. Bis nächste Woche und viele Grüße,

Euer Anderl

P.S.: Ich bin froh, daß ich in Portugal lebe, denn das Essen hier ist viel besser! :-)