Der vierte Advent in München und Kitzbühel

(gesendet am 22. December 2008)

Guten Abend alle miteinander!

Dieses Mal kann ich tatsächlich von Schnee berichten!!! Aber bevor Ihr jetzt zu glauben anfangt, daß die globale Erkältung in Lissabon zugeschlagen habt, laßt mich das ein bißchen erläutern. :-) Ich war nämlich am Wochenende im Alpenraum unterwegs.

Natürlich war aber das erste Reiseziel München. Kennt Ihr von Karl Valentin den „Buchbinder Wanninger“? Genauso bin ich mir vergangenen Donnerstag auch vorgekommen. Am Institut haben sie mir gesagt, daß ich zur Anerkennung meines Diplomzeugnisses eine (die?) apostilha brauche. Und die krieg ich nur in der Portugiesischen Botschaft in Deutschland. Klingt komisch? Ist es auch. Jedenfalls hab ich mir gedacht, bevor ich mich auf den Weg nach Berlin mache, frag ich mal beim Konsulat in München nach. Also hab ich dort angerufen. Und wurde ans Generalkonsulat in Stuttgart verwiesen, weil die das in München nicht machen dürfen. Dann hab ich in Stuttgart angerufen, wo ich gesagt bekommen habe, daß das nicht in den Zuständigkeitsbereich des Portugiesischen Konsulats fällt, und wie ich überhaupt auf diese Idee komme? Und ich soll beim Regionalpräsidium anrufen. Weils das in Bayern nicht gibt, hab ich‘s dann bei der Staatsregierung probiert. Wo mir die Dame am Schalter nichts Genaues sagen konnte, und mich zu den Beglaubigungen verwiesen hat – und dort war dann erst mal Ende, weil der Kollege nicht am Arbeitsplatz war.

Letzten Endes war ich dann aber dort richtig dran, und hab den netten Herrn auch gleich noch am Freitag besucht. Und mir für eine Art beglaubigte Kopie (nichts anderes ist in meinen Augen die Apostille von Den Haag nämlich) zwanzig Euri abknöpfen lassen. Aber die Prozedur ist wirklich sehenswert; sage und schreibe neun Stempel prangen jetzt auf der Rückseite der Zeugniskopie, zusammen mit diversen Unterschriften.

Nachdem das erledigt war, hab ich den Rest des Tages damit verbracht, erst meine Mama und dann meine Verlobte durch die Gegend zu sprengen. Und am Samstag haben Melli und ich uns dann in Richtung Kitzbühel aufgemacht, wo Lukas und Vanessa ihre Hochzeit gefeiert haben.

Erwähnenswert ist allein schon die Anfahrt; man könnte meinen, ich hätte an einem Tag den ganzen Schnee abkriegen sollen, den ich sonst so verpasse. Bis nach Kitzbühel hinein sind wir grad noch gekommen, aber da ging dann nichts mehr. Keinen Berg hoch, nicht durch die Innenstadt – ohne Schneeketten war ein Vorwärtskommen aussichtslos. Und vermutlich hätten die ohne einen Vierradantrieb auch nichts gebracht. Jedenfalls haben wir am Schluß das Auto einfach stehengelassen und sind zu Fuß zum Hotel und anschließend per Taxi (mit Allrad und Schneeketten) zu Rosis Sonnenbergstubn, wo die Festlichkeit steigen sollte.

Und aus der überpünktlichen Ankunft in Kitzbühel ist auf diese Art eine halbstündige Verspätung geworden. Allerdings war die Hochzeit so wunderschön, daß das ziemlich rasch vergessen war. Es war einfach klasse, nach über einem Jahr einen ganzen Haufen Freunde und Bekannte wiederzutreffen, und noch viel mehr nette Leute kennenzulernen.

Mitten in der Nacht haben wir dann noch das Auto umgeparkt, bevor wir dann ins Bett gefallen sind. Mit den Erinnerungen an die Hochzeit im Herzen sind wir dann am nächsten Tag frühmorgens zur nächsten Station aufgebrochen, meinen Großeltern. Dort konnte vor allem ich mich noch einmal so richtig bayrisch-kulinarisch verwöhnen lassen, bevor’s dann zurück nach München ging. Und jetzt bin ich schon wieder seit einem halben Tag in Lissabon und ziemlich müde.

Deswegen hör ich jetzt auch auf zu schreiben.

Jetzt wünsch ich Euch Fröhliche Weihnachten, viele Geschenke, gemeinschaftliches Glücklichsein und ein paar ruhige Tage!

Boa noite,

Euer Anderl