Não jardim zoológico -- I'll move (finally)

(gesendet am 8. October 2007)

Liebe Leut,

auch heut gibt's natürlich wieder einen Newsletter -- auch wenn in der letzten Woche jetzt nicht gaaaaaaaaaaanz so viel los war wie in der davor.

Angefangen hat die Woche wie immer mit dem segunda-feira, und zwar so, daß ich, nachdem ich meinen Newsletter geschrieben hatte, noch mit Nelson zum Wohnungsanschauen gegangen bin. Ich glaub, ich hab schonmal geschrieben, daß das einer von meinen Mit-PhD-lern ist, und der hat mir irgendwann gesagt, ich soll doch nicht die Angebote auf den englischsprachigen Internetseiten anschauen, sondern auch mal in die ocasião schauen. Das ist so eine Anzeigenzeitung, wo die Leut die Anzeigen kostenlos reinsetzen können. In München heißt das Ding "Kurz und Fündig", glaub ich. Jedenfalls hat er sich mit mir zusammen dann hingesetzt und die Anzeigen studiert, alles in Institutsnähe rausgefieselt und dann auch noch für mich mit den Leuten telefoniert. Ja, und außerdem ist er halt auch noch mitgegangen am Montag.

Naja, ich muß jetzt ein bisserl was sagen von meiner alten Wohnung. Also daß es da zusammenrücken heißt, weil man den Platz mit ein bisserl Viechzeugs teilen muß, hab ich ja schon erzählt. Mei, und dann kommen halt noch solche Sachen dazu, daß ich in meinem Zimmer entgegen diverser Versprechen halt doch nur ein Bett hab und somit seit mehr als fünf Wochen aus dem Koffer lebe. Jetzt hab ich während meiner Suche schon ein paar Wohnungen gesehen; eine recht attraktive zum Beispiel in der Baixa: Das Bad dekoriert wie aus dem rohen Fels geschlagen (Nachteil halt: kein Fenster), aber im Zimmer das genaue Gegenteil wie in der alten Wohnung: Alles drin außer einem Bett! Das nur als Beispiel.

Ach ja, für alle, die's interessiert, hab ich in Googlemaps einen Lageplan erstellt: http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&hl=de&msa=0&ll=38.734101,-9.133651&spn=0.012336,0.019784&z=16&om=1&msid=110858017111846650824.00043b9a0976755690d4c

Jedenfalls zieh ich heut abend unter Mithilfe von Marco (einem anderen PhD-ler) um, und das in eine Wohnung, von der aus ich nur noch zweimal umfallen brauch, um in der Arbeit zu sein (gut nach einer der laaaaaaaaaaaaangen lissaboner Nächte), und die außerdem in einem zwar auch 50 Jahre alten Haus ist, das aber voriges Jahr komplett (und damit mein ich wirklich "komplett", also sogar die Abwasserrohre und so) renoviert wurde. Und es wohnen drei Portugiesen (zwei Mädls, ein Bursch) drin, was für mein Sprachlernen recht gut sein dürfte. Und Mensch, es gibt sogar einen Putzplan!!!

Ach ja, mir geht's jedenfalls gut. :-)

Das hat natürlich in erster Linie bedeutet, langsam alles für dem Umzug vorzubereiten. Das klingt jetzt zwar komisch, weil allzuviele Habseligkeiten hab ich ja noch nicht angesammelt, aber trotzdem...

Am Freitag war der Dia da República, auf deutsch der "Wir-haben-unsern-König-gekillt-"Feiertag, was wiederum ins Portugiesische übersetzt schlicht und ergreifend bedeutet, nicht arbeiten zu müssen. *grins* Tja, und am Samstag hab ich mir vorgenommen, ein bißchen einen Strandspaziergang zu machen. In Erwartung dessen, daß es eher feuchtkalt wird, hab ich die Badehose daheim gelassen und stattdessen eine ärmellose Weste angezogen übers T-Shirt. Als ich dann aber in Cascais aus dem Zug gestiegen bin, war ich echt froh, keine lange Hose angezogen zu haben -- strahlender Sonnenschein bei weit über zwanzig Grad machte es im Gegenteil dringend erforderlich, mir bei einem Straßenhändler einen Sonnenschirm zuzulegen!

Am Sonntag hab ich dann von jemandem gehört, daß das Atlantikwasser in diesem Jahr noch nie so warm war wie am Samstag, nämlich 20 Grad! Da hab ich es im Nachhinein schon noch bedauert, statt dem Buch nicht die Badehose mitgenommen zu haben...

Soweit das Neueste von Eurem Auslandskorrespondenten. Mit einem Augenzwinkern schick ich Euch hochsommerliche (jedenfalls für jemand aus Deutschland) Grüße in die nasse Heimat!

Euer Anderl