1. Advent

(gesendet am 1. December 2008)

Guten Abend, Ihr Lieben!

Diesmal meld ich mich wieder pünktlich. Bevor das wirklich zur Ausnahme wird, mein ich. :-) Seit Freitagabend bin ich wieder zurück in Lissabon und hab alle Hände voll zu tun. Naja, fast jedenfalls.

Nachdem ich Euch am Donnerstag geschrieben habe, bin ich mit dem Großteil der anderen Projektleute zum Essen gegangen, und es gab wieder einmal katalanische Spezialitäten. Am Erstaunlichsten ist immer wieder die dortige Art, Brot zu belegen: Man nehme eine frische Knoblauchzehe und reibe sie über das Brot. Anschließend wird das mit einer halben Tomate wiederholt, und die Krönung ist dann das Olivenöl, das darübergegossen wird. Dazu gibt's dann diesen fantastischen Räucherschinken, den sie im Süden Spanien zubereiten. (Siehe auch den Newsletter vom 31. März unter http://www.informagic.org/Modules/Newsletters/ShowNewsletter.aspx?ID=36.) Ich hatte dann anschließend ein Steak, und zum ersten Mal in meinem Leben war mir das ein kleines bißchen zu roh. Nicht schlecht, aber ich hätte das als Tartar serviert. Fotos von Girona gibt's diesmal keine, aber zu denen unter http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=36 hat sich nicht viel verändert, auch das Unterwasserrobotiklabor der Universitat de Girona nicht, das wir auch diesmal wieder besucht haben.

Die Nacht zum Freitag hat mich, zusätzlich zum Raucherzimmer, noch mehr von den verborgenen Qualitäten des Hotels überzeugt. (Hab ich eigentlich schon erzählt, daß es dort keine Möglichkeit gibt, andere Nahrung und Getränke zu erhalten, als sie aus den in der Lobby aufgestellten Automaten zu ziehen?) Im Zimmer 606, also direkt am Kopfende meines Betts, hat nämlich jemand derartig geschnarcht, daß an Schlaf nicht zu denken war. Für mich jedenfalls. Das Beste ist, daß der Kerl sich nicht mal aus der Ruhe (oder soll ich lieber sagen "aus dem Lärm") bringen ließ, als ich auf seinem Zimmertelefon angerufen habe. Ein wahrhaftig himmlischer Schlaf, aber leider nur für ihn.

Die Zugfahrt zurück nach Barcelona hat dann Erinnerungen an Irland wach werden lassen, weil nämlich mal wieder der Strom ausgefallen ist. In Barcelona gab's dann ein Mittagessen und anschließend den Rückflug nach Lissabon. Wo mich der Weihnachtsbasar der beiden deutschen Kirchengemeinden erwartet hat, und zwar mit dem Aufbau des Bücherstands am Samstag und dem Verkauf der Bücher am Sonntag. Vorher gab's aber noch ein bißchen Trompetenspielen in der Kirche. Carina und ich haben uns eine Stunde vorher getroffen und hatten eine Menge Spaß daran, nach dem Gottesdienst über die Fehler zu lachen, die wir reingespielt haben. Zum Glück war wegen des Basars die Kirche nicht besonders gut besucht. ;-)

Für den Dienst auf dem Basar gab's diesmal sogar eine Belohnung, nämlich einen Stollen für jeden. Obwohl der bei weitem nicht so gut ist wie der von meinem Opa, hab ich mir schon ein paar Stücke davon genehmig und auf die Art ein bißchen deutsche Weihnachtsstimmung in das adventsbeleuchtete Lissabon gebracht.

Tja, und heute genieße ich schon den ganzen Tag meine Freizeit, denn es ist Restauração da Independência, der portugiesche Unabhängigkeitstag gewissermaßen. Und ich sag jetzt einfach ganz frech, daß ich mir das auch verdient hab.

Viele liebe Grüße und bis nächste Woche,

Euer Anderl