Alltagstrott

(gesendet am 17. November 2008)

Guten Morgen alle zusammen!

Viel Aufregendes ist in der vergangenen Woche nicht passiert. Ich merke bloß, daß meine Freizeitaktivitäten immer mehr nachlassen, jetzt, wo es auch in Lissabon langsam frisch wird im Freien. Das, was hier in der Stadt gerade auf Hochtouren läuft, sind die Vorbereitungen auf Weihnachten. Es stehen schon jetzt enorm viele Leucht-Dinger herum; gestern abend war die Av. Almirante Reis schon mit blauem und gelbem Hängezeugs beleuchtet.

Nachdem ich Euch ja letzte Woche am Dienstag in der Nacht geschrieben hab, fang ich diesmal mit dem Mittwoch an mit meinem Bericht. (Seht Ihr, das ist einer von den Sätzen, die den Umfang des Newsletters so weit vergrößern, daß es aussieht, als hätte ich wer weiß was für viele tolle Sachen erlebt. Und das war jetzt auch so einer.) Da am Mittwoch in der Bigbandprobe hieß es, ich kann bei den Auftritten nicht mehr mitspielen, weil der, für den ich mitgespielt hab, plötzlich doch wieder da ist. Aber zu den Proben bin ich herzlich willkommen. Aber das liegt auch einfach am Platzmangel auf der Bühne im Jazzclub; sechs Trompeten sind da einfach zu viel.

Bemerkenswert ist auch noch die Prüfungsaufsicht am Freitagabend. Die schreiben hier am IST halt echt am Freitag zwischen 8 und 10 Uhr abends ihre Prüfungen. Das Bemerkenswerte ist aber was anderes, nämlich das Verhalten von den Studenten während der Prüfung. Also nichts von wegen wie in Deutschland die Telefone und Rucksäcke vor der Prüfung abgeben, zwei Meter Abstand zu den anderen und Durchfallen bei Spickversuchen. Die haben munter ihre Unterhaltungen geführt mit den Mobiltelefonen auf dem Tisch und die Profs haben so getan, als würden sies nicht bemerken. Und am Ende der Prüfung gabs einige, die sich durch das Abgeben nicht aus der Ruhe bringen ließen; erst als António allen ein schönes Wochende gewünscht hat und wir gegangen sind, sind uns diese Kandidaten hinterhergelaufen, um die Prüfungsbögen doch noch abgeben zu können. Der reinste Kindergarten.

Am Sonntag hab ich mit Daniel zusammen auf dem Deutschen Friedhof die Andacht musikalisch untermalt und einen Haufen Lob kassiert. Das hat dann für das Grinsen gesorgt, das ich dann den Rest des Tages durch die Gegend getragen habe.

Ja, und heut gehts dann wieder weiter mit Vorbereitungen für das Projekttreffen in Girona. Am Freitag hatte ich noch eine Besprechung mit António und Pedro, und der Gedanke an dieses Survey-Paper nimmt langsam konkrete Formen an. Vielleicht klappt das ja doch noch, das zugesagte Paper auf der Oceans '09 einzureichen.

Pramod und Charu sind am Sonntagmorgen zusammen mit Alex nach Indien aufgebrochen, von wo aus die dann verheiratet zurückkommen werden. Ich bin schon jetzt gespannt auf die Erzählungen; das muß da auf indischen Hochzeiten zugehen wie auf der Wiesn.

Okay, das war's wieder für heute. Ganz viele liebe Grüße und eine schöne Woche Euch allen!

Euer Andreas