Melli in Lissabon

(gesendet am 14. October 2008)

Guten Abend, Ihr Lieben!

Jetzt darf ich mich schicken, daß der Newsletter noch am Montag (dem Montag in GMT+1) rausgeht. Letzte Woche hab ich Euch ja nicht geschrieben, was aber einfach daran lag, daß ich Besuch hatte und am Montag mit dem Auto unterwegs war. Aber der Reihe nach.

Am Freitag vor einer Woche ist die Melli zu mir gekommen, um Urlaub zu machen. Wir haben die Gelegenheit gleich genutzt, um die Einweihungsparty unserer WG zu machen. Die dann auch ein voller Erfolg war, obwohl ich ziemlich Angst hatte, daß das Essen, das Charu und ich vorbereitet haben, nicht ausreichen würde. Aber das war nicht gerechtfertigt, obwohl gut und gerne zwanzig Leute da waren, die sich dann an indischen, bayrischen und portugiesischen Speisen gütlich getan haben.

Der Samstag stand dementsprechend im Zeichen des Ausschlafens; bei unserem Nachmittagsspaziergang im Parque das Nações haben wir dann kurzentschlossen die Entscheidung getroffen, unsere WG-Wohnung (und insbesondere mein Zimmer) von dem doch etwas sterilen Weiß zu befreien. Und so gab es dann neben den überfälligen Bilderrahmen und grüner Eßzimmertischdeko zwei kleine Dosen Wandfarbe. Und nachts um eins war dann eine Wand meines Zimmers dank Schwamm und Tupf- und Wischtechnik wunderbar blau gefärbt, ganz wie der Himmel in meiner oberbayrischen Heimat Oberbayern.

Nachdem wir dann auch am Sonntag erst entsprechend spät aufgestanden und dann in der Baixa spazierengegangen sind, und das ursprünglich geplante Ziel, Granada, sowieso dem gleichnamigen Café unten an der Straßenecke weichen mußte (wir haben's aber nicht mal dorthin geschafft), haben wir den ersten Ausflugstag auf den Montag verschoben. Dann aber hieß es, rein ins Auto (einen süßen Swift) und raus aufs Land, und zwar nördlich von Lissabon. Die Fahrt ins Grüne führte uns dann über Cascais zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas. Anschließend ging es weiter nach Mafra, wo wir nach einem Tosta Mista die Klosterkirche angeschaut haben, die den Horizont bis nach Sintra hinein beherrscht. Den Abschluß bildete dann ein Eis in Ericeira, nachdem wir zuerst die Surferdichte an einem nahegelegenen Strand bestaunt haben. Abends war dann noch ein Kinobesuch (wieder in Lissabon) mit Nelson und David; es gab "Tropic Thunder" und wir haben beide ziemlich wenig von dem Film verstanden -- der Slang war so heftig, daß sie gut auch auf Portugiesisch sprechen hätten können.

Der Dienstag war recht regnerisch und wenig abwechslungsreich; deswegen geh ich jetzt gleich zum Mittwoch über. Ich konnte da recht wenig Zeit mit meiner Melli verbringen, weil ich zum Sprachkurs und dann zu zwei Vorlesungen mußte, aber auch dieser Tag hatte einen Höhepunkt: Wir waren beim Sushiessen. Seit langer Zeit mal wieder. Was dann auch zur Folge hatte, daß ich mich den Rest des Tages kaum noch rühren konnte.

Ein wunderbarer Tag war dann am Donnerstag, an dem wir einen Motorradausflug in das Gebiet südlich von Lissabon gemacht haben. Bemerkenswert ist schon das, daß ich eine Transalp haben wollte, wegen enormer Nervosität aber dann den lieben Gott gebeten habe, mir zu geben, was er für angemessen hält. Mit dem Resultat, daß wir dann statt der Transalp eine Varadero XL bekommen haben, aber zum Preis der ersteren. Und trotz des erheblich größeren Hubraums war die Nervosität bald vorbei. Ich werd jetzt zu dem Ausflug gar nicht mehr schreiben; schaut Euch einfach die Bilder an: http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=29.

Den Freitag haben wir dann auf die Zukunftsplanung ausgerichtet; wir waren im Instituto Superior de Agronomia, um mal so ein bißchen herumzuschauen, was die so machen. Das ist echt klasse; ein Unigebäude mit Flair und mittendrin in einem riesigen "Park", in dem mitten in Lissabon Wein angebaut und mit Agrartechnik experimentiert wird. Und einen Bürstenbaum gibt es dort auch...

Am Samstag hab ich dann die Melli nach einem Spaziergang im Parque Eduardo VII wieder zum Flughafen bringen müssen.

Einen bemerkenswerten Punkt gibt es trotzdem noch: Am Sonntag war ich nach dem Gottesdienst mit Oliver in einem neuen Restaurant, "Das Curry". Bezeichnenderweise gibt es dort auch nur Currywurst und Pommes. Was ausgezeichnet geschmeckt hat! Und geführt wird das Restaurant von zwei Leuten aus Dresden...

So, das war's für heute. Ich wünsch Euch einen erholsamen Schlaf und eine gute Woche!

Euer Anderl