Viel Musik und gutes Essen

(gesendet am 1. October 2007)

Boa noite!

Heut kommt der Newsletter arg verspätet, gelle? Aber dafür gibt's enorm viel zu erzählen, grad vom Wochenende. Zuerst einmal der Hinweis: Weil mir das neulich aufgefallen ist, daß sich im letzten Monat einen Haufen Leute angemeldet haben auf meiner Homepage, aber nur an die Hälfte dieser Newsletter verschickt wird, hab ich mir erlaubt, eine Datenbankänderung durchzuführen und einfach pauschal den Eintrag auf "true" gesetzt. Weil ich mir halt gedacht hab, Ihr habt Euch doch bestimmt alle deswegen angemeldet. :-) Wen das stört, muß ich allerdings bitten, das selbst in seinem Benutzerkonto wieder rückgängig zu machen, oder mir seinen Benutzernamen zu sagen, damit ich da eine Datenbankanweisung starten kann. Ich hoffe, Ihr seid alle mit dieser kleinen Eigenmächtigkeit einverstanden...

So, zu meiner Woche: Mein Sprachkurs hat endlich begonnen am letzten Montag! Und ab jetzt hab ich immer montags und mittwochs eineinhalb Stunden Privatunterricht. Das läuft ganz klasse, weil ich natürlich immer brav meine Hausaufgaben mach.

Ach, und um so die Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturen so ein bisserl demonstrieren, hier eine Geschichte, die ich von Nelson gehört hab, einem Kollegen von mir: Schiff. Sturm. Der Kapitän erkennt, daß es der Dampfer nicht mehr lang macht, und will die Leut vom Schiff schicken. Allerdings gibt's zu wenig Rettungsboote, und deshalb befiehlt er, Frauen in die Boote und Männer ins Wasser. Nur wie bringt er die Männer dazu, ins Wasser zu springen? Folgendermaßen: Den Deutschen sagt er, es ist so Gesetz. Und sie springen runter. Den Franzosen sagt er, es ist elegant, und die springen hinterher. Den Briten sagt er, das ist der Gentleman's Way, und sie springen auch. Und den Portugiesen sagt er, es ist absolut verboten, ins Wasser zu springen, und dann hüpfen auch sie. :-DDD *grins*

Ich hab ein Fitneßstudio aufgetrieben, wo ich für 50 Euro im Monat so oft ich will hingehen kann. Nicht schlecht, was? Also grad im Vergleich mit den Münchner Preisen... Ich hab da noch so ein Beispiel: Am Samstagabend war ich mit Paolo (ein Erasmusstudent aus Italien, der im Nebenzimmer arbeitet) und einem Freund von ihm, der grad auf Besuch ist, in einer tasquinha und hab dort ein Viertel vino verde genossen, salmão grelhado, hinterher Mousse au Chocolat (als portugiesische Spezialität mit einem Schuß Brandy versehen, so daß es eher Brandy mit Mousse au Chocolat ist) und hinterher noch ein Glas vino porto. So, und das Ganze (inklusive einem knappen Fuchzgerl Trinkgeld) für acht Euro gradaus. Da sagt's nix mehr, gell? :-D

So, am Freitagabend bin ich dann wie angekündigt zum "Oktoberfest Lisboa 07", das das Goetheinstitut veranstaltet hat. (Und gerechterweise muß ich sagen, daß das wahrlich eine Veranstaltung war, bei der man die Anführungszeichen weglassen darf.) Weißwürscht hab ich erstmal nicht gekriegt, aber dafür mit den Musikern geratscht, die sie aus Rosenheim eingeflogen haben. Außerdem bin ich an einem Tisch gesessen mit einem gut 50-jährigen Typen aus Österreich und seiner etwa 23-jährigen brasilianischen Freundin, und die beiden haben Lose gekauft, sind aber dann vor der Ziehung gegangen. Naja, ich kann die ja schlecht einfach liegenlassen, oder? Jedenfalls hab ich dann mit Martina und Brian (deutsch/amerikanisch) beim Losen gefiebert; ich hätt gern die Hilti-Bohrmaschine gehabt. Naja, es haben zwar beide Lose gewonnen, aber ich bin jetzt eben stolzer Besitzer eines Schreibsets und ein ebenso stolzer, wenngleich auch ein bißchen hilfloser Besitzer eines Einkochautomaten (!), den ich dann des Nachts quer durch Lissabon geschleppt habe. Es darf gelacht werden!

Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich mit Paolo nach Cascais fahren und ein bißchen die Sonne am Strand genießen, aber stattdessen hat das Wetter beschlossen, mal zu regnen (das erste Mal seit sechs Wochen, wenn man meinen Aufenthalt im August mitzählt!) und ich außerdem, der Einladung der Rosenheimer zu folgen und mit ihnen Musik zu machen. So hab ich also meinen ersten Bühnenauftritt in Lissabon auch schon hinter mir -- auch ohne Lederhosn und mit grüner Trompete eine Riesengaudi! :-D

Der Sonntag hat dann seine Krönung in einem Platzkonzert des portugiesischen Marinemusikkorps auf dem Praça do Comercio erfahren, und das war ge-ni-al!!! Allerdings hat's dazu geführt, daß ich "meine" Musik langsam richtig vermisse. Aber mit ein bisserl Glück bin ich demnächst in einer Big Band dabei, entweder den Lisbon Swingers oder der Reunion Big Jazz Band -- ich hoffe, nächste Woche weiß ich mehr!

Recht viele Grüße in die Heimat!

Euer Anderl