Eine Woche fast wie Urlaub

(gesendet am 19. May 2008)

Guten Morgen miteinander!

Diesmal gibt es einiges zu erzählen von einer randvollen Woche. Es ging schon am Dienstag damit los, daß wir letzten Endes doch zu den caracóis kamen. Also den Schnecken halt. Und naja, also ich brauch das jetzt nicht unbedingt wiederholen. Direkt schlecht war es nicht, aber auf der anderen Seite schmeckt man da eh bloß die Soße, und dann ist das nicht unbedingt schön, die Schnecken mit dem Zahnstocher aus dem Häusl zu pfriemeln. Aber man muß alles mal probiert haben, und wenn mir das hilft, wieder ein Stückchen Anerkennung der Einheimischen zu bekommen -- was soll's. ;-) Fotos (und nicht nur von diesem Event, sondern allem, was ich heut so beschreibe) gibt's übrigens hier: http://www.cig.canon-europe.com/a?i=mwnNZzmrKE.

Tja, der Dienstag war damit noch nicht gelaufen, sondern ich bin dann nach den Schnecken schnurstracks in die Kirche, wo die nächste Premiere auf mich gewartet hat: Labskaus. Im Gegensatz zu den Schnecken war das aber echt super und unbedingt wiederholenswert. Labskaus ist ein Seefahrergericht aus Norddeutschland, und ist im Prinzip Pökelfleisch, das durch den Fleischwolf gedreht und mit Kartoffelbrei gemischt wird. Dazu gibt es dann Spiegelei, Rollmops, Essiggurken und vor allem rote Rüben. Und das schmeckt echt klasse!

Schnurstracks weiter ging es dann am Mittwoch, wo ich abends bei der Probe der Reunion Big Jazz Band mitmachen durfte. Dieser Abend war richtig genial; die BigBand besteht zu einem Großteil aus studierten oder noch studierenden Profis, und entsprechend klasse war das auch. Ich hab dort auch Tomás Pimentel kennengelernt, quasi den Begründer der portugiesischen Jazzszene. Und das Beste ist, daß ich morgen beim wöchentlichen Auftritt im Onda Jazz Club mitspielen darf! *grins*

Donnerstag und Freitag waren ein bißchen ruhiger, wenn man mal von den Besprechungen absieht, denen zufolge jetzt auch in der Arbeit etwas vorwärts geht. Das nächste freizeittechnische Highlight war dann am Samstag, wo Rüdiger, Oliver und ich nach einem Bier in der Cato do Alcool im Tal des Lizandro eine wunderschöne Wanderung gemacht haben. Es gab einiges zu sehen: Mannshohen wilden Dill zum Beispiel, Graureiher und andere Vögel, und eine besonders ekelhafte Spezies, die Sandheuschrecke. Und zu hören gab es auch genug, vor allem das Platschen von Schildkröten, die sich von der Uferböschung in den Fluß abrollen, sobald sie merken, daß jemand kommt.

Alles in allem war das mal wieder eine richtig tolle Woche, in der ich die meiste Zeit gar nicht gemerkt habe, daß es eigentlich sehr viel kälter als in München war. :-)

Für heute viele liebe Grüße aus Lissabon und einen guten Start in die Woche,

Euer Anderl

P.S.: Wie Ihr sicher schon merkt, kommt dieser Newsletter so, wie er soll. Was natürlich bedeutet, daß mein Laptop immer noch nicht repariert ist...