Status: Situation weitgehend entspannt.

(gesendet am 21. April 2008)

Guten Morgen Ihr Lieben,

jetzt klappt es endlich mal wieder am Montagmorgen, Euch das Neueste aus Lissabon zukommen zu lassen. Viel getan hat sich nicht in der letzten Woche, wofür ich allerdings überaus dankbar bin. Die vergleichsweise ruhige Zeit hat mir ziemlich gutgetan und war auch einigermaßen nötig, tät ich sagen.

Das im wahrsten Sinne des Wortes mit Abstand durchschlagendste Ereignis war das Fitneßtraining am Donnerstag, bei dem ich mein Trainingsprogramm ein bißchen abändern mußte, nachdem mir beim „Peso Morto“ die Hose geplatzt ist. Zumindest soviel hab ich von den Portugiesen schon gelernt, daß ich mich von sowas nicht besonders aus der Ruhe bringen lasse. Ich hab die Hose raufgezogen bis unters Kinn, so daß die geplatzte Naht einigermaßen unterm T-Shirt war, und hab halt die Übungen, bei denen man in die Knie geht oder auf dem Bauch liegt, durch andere ersetzt. Naja, aber es war auch von vorneherein eher witzig als peinlich. *grins*

Ansonsten war nicht viel los, weil ich geflissentlich keinen Fuß vor die Tür gesetzt habe. Naja, doch, ich war am Samstag kurz draußen, als es mal nicht geregnet hat. Und am Sonntag natürlich auch. Aber so die Wochenendplanung war diesmal echt geprägt von Faulenzen. Am Sonntagabend war ich dann noch auf dem Praça do Comércio, wo das Marinemusikkorps mal wieder gespielt hat. Die waren nicht schlecht, aber es war ziemlich genau das gleiche, was sie im September schon gespielt haben. Was allerdings echt beeindruckend ist, das ist das portugiesische Publikum: Die Leut genieren sich echt nicht, mitzusummen bei Stücken, die sie kennen, und das schwillt dann manchmal zu einer beeindruckenden Untermalung des Bühnengeschehens an. Das ist wirklich erlebenswert!

So, ansonsten war’s das aber für die letzte Woche. Gestern hab ich erfahren, daß der Freitag hier ein Feiertag ist, worüber ich mich natürlich auch nicht beschwert hab. ;-)

Viele liebe Grüße aus dem gerade mal trockenen Lissabon,

Euer Anderl

P.S.: Damit niemand sagen kann, daß ich nix aus der Arbeit schreibe: Von der Irland-Fahrt kann ich froh sein, wenn ich nicht auf den ganzen Kosten sitzenbleibe; ich hab bei ein paar Leuten das Blut in Wallung gebracht, indem ich mal gesagt habe, was ich von einigen Sachen in meinem EU-Projekt halte; ich hab endlich meinen Forschungsbericht fertigbekommen, der immer wieder durch Konferenzen und andere Arbeit unterbrochen wurde; und die Hausaufgaben in „Nonlinear Systems and Control“ gehen relativ gut von der Hand. Darüber hinaus gibt es zu wenige Besprechungen für meinen Geschmack, und ich seh nicht unbedingt einen nennenswerten Fortschritt im letzten halben Jahr. Hier sagt aber jeder, daß das normal ist…