So ein Theater

(gesendet am 25. February 2008)

Guten Morgen, alle miteinander!

Es ist schon komisch; in der letzten Woche war jetzt wieder genug los, daß es für zwei gelangt hätte. Irgendwie sind diese Sachen wie Bananen: Die kommen auch immer in großen, gelben Bündeln...

Daß es am Montag geschüttet hat wie nicht ganz gscheit, das hab ich ja schon geschrieben. Natürlich ist es in dieser Woche dann so auch munter weitergegangen, wenn auch nicht mehr ganz so heftig. Für eine wunderschöne Erkältung hat es aber allemal gereicht; an diesem Urviech von Schnupfen laboriere ich jetzt noch herum.

Am Dienstag ging's dann schon los; da waren am Abend zwei Sachen gleichzeitig und ich durfte mich zerreißen. Aber im Endeffekt hat das dann doch noch wunderbar geklappt: Zuerst die Probe mit Carina und Eva, und dann die Einladung bei Sara (eine ehemalige Mitbewohnerin), die unsere ganze WG zum Abendessen bestellt hat. Also um ehrlich zu sein hätte ich gedacht, ich würd's nicht schaffen, aber nach der Probe hat dann mein Handy geklingelt und dran war die Sara. Also bin ich doch noch hin und hab versucht, die anderen beim Essen einzuholen. :-) Arroz de Pato gab's, und sie und ihre Mama haben das echt traumhaft hinbekommen.

Der Mittwochabend hat dann die ersten Spuren der kommenden Erkältung gezeigt, und deshalb bin ich dann beim MUS, Männer-unter-sich, eher still gewesen. Mehr kann ich nicht sagen; wer wissen will, was da passiert, sei herzlich eingeladen. ;-) Im Übrigen sind diese Mittwoche immer katastrophal: Ein Seminar jagt das andere, und an Arbeit ist eigentlich nicht zu denken. OK, um ehrlich zu sein, hab ich das Abendseminar geschwänzt, weil da irgendwas über Singuläre Matrizen gesprochen wurde, was für die Bildverarbeitung ganz interessant, für mich aber echt nicht so arg aufregend ist.

Am Donnerstag hätte ich abends sogar frei gehabt, aber weil ich da dann schon echt gekränkelt hab, ist das Fitneßstudio ausgefallen. Der folgende Freitag war dann auch arbeitstechnisch von Erfolg gekrönt, wenngleich das Ergebnis auch anders als erhofft ausfiel: Ich hab in der Simulation Rezas Annahme eines optimalen Pfads sauber zerlegt. *grins* Der Nachteil davon ist, daß ich mir jetzt selbst was ausdenken muß... Und ich konnte nicht mal simulieren, ich würde vielleicht meine Abendstunden über dieser Frage verbringen, weil wir uns nämlich abends alle im Kino wieder gesehen haben. "Hávera Sángue" gabs, das merkwürdigerweise auf Deutsch "Let there be Blood" heißt. War aber an und für sich gar nicht schlecht, der Film.

Am Samstag hab ich "Peter und der Wolf" gesehen, ich glaube von Prokoviev ist das. Ich hatte die Wahl zwischen einer deutschen und einer portugiesischen Aufführung und bin auf Anraten von der Carina natürlich in die portugiesische. Um ehrlich zu sein: Ungefähr jedes fünfzigste Wort hab ich verstanden. War aber trotzdem echt klasse, vor allem, weil das gesamte Orchester von der Orgel ersetzt wurde, und der Organist da echt derartig fein und differenziert gespielt hat, daß es eine Freude war, da zuzuhören. Am Sonntag hat mir die Carina dann gesagt, daß der zwei zusätzliche Leute brauchte nur zum Umregistrieren!

Ja, der Sonntag. Gestern haben wir drei nämlich unsere Jazzimprovisationen mit Geige, Orgel und Trompete aufgeführt im Gottesdienst. Wenn ich jetzt sage, das ist eine sehr offene Gemeinde, dann ist das glatte Untertreibung. Viel hätte hinterher nicht mehr gefehlt, und ich hätte Autogrammkarten schreiben müssen. ;-)

Abends war ich dann in "Drákula". Das wurde im Chapitô aufgeführt, und grob gesprochen ging es darum, daß der Graf Drakula durch die Jahrhunderte hinweg immer schlechtere Zähne bekommen hat und nur noch per Strohhalm an seinen Opfern saugen konnte. Ein Zahnarzt aus England hat ihm dann ein neues Gebiß verpaßt, und seine Frau ist dann mit Drakula zusammen abgehauen. Ich hab um einiges mehr verstanden als am Tag zuvor von Peter und der Wolf, und es war echt zum Schießen! Genial.

So Leut, jetzt werd ich mir mal die Zähne putzen und mich auf den Weg zum Sprachkurs machen. Viele liebe Grüße aus dem eiskalten Lissabon,

Euer Anderl