Einbürgerungsfragen und Sonntagsausflüge

(gesendet am 28. January 2008)

Olá todos!

Auch heut gibt's wieder ein paar Sachen zu erzählen von der vergangenen Woche. Am Dienstag zum Beispiel war ich beim Registo Criminal, um dort ein polizeiliches Führungszeugnis abzuholen. Keine Ahnung, warum, aber die Leute von der Institutsverwaltung interessiert ein eventuell vorhandenes deutsches Führungszeugnis halt überhaupt nicht; es muß unbedingt ein portugiesisches sein. Naja, und wer bin ich schon, um mit den Leuten zu diskutieren? Wenn sie nicht wissen wollen, wieviele schwere Einbrüche, Kneipenschlägereien mit Körperverletzungen und bewaffnete Überfälle ich schon begangen hab, und auch nicht, wie lang ich dafür eingesessen bin -- also mir soll's recht sein. :-) Jedenfalls ist es jetzt so, daß endlich der ganze Bürokratieunfug erledigt ist, den es zu erledigen galt. Der einzige noch mögliche Schritt wär die Einbürgerung. *grins*

Die im Übrigen wirlich überlegenswert wäre -- letzte Woche haben wir die Heizungen umgestellt auf Kühlen, weil es nämlich fast schon wieder unerträglich warm ist im Büro. Nelson meinte, wir sollten erst mal den Sommer abwarten... Draußen tät ich's noch gut ein bißchen wärmer vertragen, aber auch so kann man um die Mittagsstunden herum gut kurzärmlig und mit Sonnenbrille bewaffnet herumlaufen. Arbeiten, wo andere Urlaub machen...

Für das Wochenende war ja eigentlich eine Probe in der Kirche angesetzt; allerdings haben wir uns vertagt auf morgen (Dienstag). Dafür wird da nicht nur die Carina (unsere Organistin) dabei sein, sondern auch die Eva, die ihrerseits auch das Improvisieren probieren möchte. Das wird bestimmt was Tolles, wenn wir mal soweit sind.

Samstagabend ist eine Einladung von Nelson eingetrudelt, ob ich nicht Lust hätte, am Sonntag mit ihm, seiner Freundin Simone und noch ein paar Leuten in den Palácio Nacional da Ajuda zu gehen -- klar! Sonntags ist der Eintritt in viele Museen in Lissabon von 10 bis 14 Uhr umsonst, aber so arg viel war gar nicht los. Naja, aber es ist ja auch außerhalb der Touristensaison. Jedenfalls haben wir diesen Palast besichtigt, der nie vollendet wurde. Im Innenhof sieht's ein bißchen kahl aus. Außerdem sieht er von hinten aus wie zusammengeschossen, was auch wortwörtlich der Grund für sein Aussehen ist. Der König war aber damals eh schon nach Brasilien geflohen.

Hinterher waren wir noch in der Ausstellung der Hermitage -- das ist ein Schloß irgendwo in Rußland, wo ein Haufen Zeugs lagert von den Zaren und so. (Hoffentlich liest das jetzt kein Russe. *grins*) Jedenfalls ist das alles gerade in Lissabon, und es hat sich rentiert, das anzuschauen. (Hoffentlich liest das jetzt ein Russe. *doppelgrins*)

Anschließend waren wir in Belém, wo ich endlich auch mal in den Genuß der pastels de belém gekommen bin. Das ist ein touristisches Pflichtprogramm. Es handelt sich dabei um kleine Törtchen mit Vanille, Sahne und allem möglichen anderen drin, und das Geheimnis liegt in der Hülle (nicht der Füllung!), von der nur fünf Leute das Rezept wissen. Und seit achzehnhundertdomino verkaufen sich die Dinger wie warme Semmeln. Um ehrlich zu sein, geht's da immer zu wie bei der Speisung der Zehntausend. Aber es lohnt sich. :-) Denn sie sind tatsächlich nicht zu vergleichen mit den pastels de nata aus dem Pingo Doce.

So, das wars wieder für heut. Viele Grüße und eine schöne Woche,

Euer Anderl

P.S.: Halt, das Beste kommt ja erst noch! Ich hätt das jetzt glatt vergessen, aber diesmal gibt's Fotos zum Text, und zwar hier: http://www.cig.canon-europe.com/a?i=DuDYwH2qIm. Viel Spaß beim Anschauen!