Wieder ein Umzug

(gesendet am 17. January 2012)

Servus zusammen,

fast könnte man behaupten, das Umziehen würde uns so viel Spaß machen, daß wir es freiwillig ein-, zweimal im Jahr über uns ergehen lassen. Natürlich stimmt das nicht, und dieser neueste Umzug ist auch nur temporärer Natur; allerdings deshalb nicht weniger bedeutsam: Seit letztem Donnerstag sind wir in Boulder, Colorado, um die Natur, die frische Luft, das schöne Wetter, die Rocky Mountains und den Wintersport (heute hat’s geschneit!) zu genießen. Naja, und auch ein bißchen zum Arbeiten.

Unsere erste kleine Fotoserie gibt es unter http://www.informagic.org/Modules/Articles/ShowArticle.aspx?ID=60 zu betrachten. Viel haben wir noch nicht unternommen, auch angesichts der noch andauernden Schwierigkeiten, die unsere kleine Anna mit der Zeitumstellung hat, aber einen kleinen Ausflug in die Rocky Mountains haben wir schon geschafft. Und was für ein Gefühl das ist! Auf schlappen 2500 Metern Höhe mit einem Auto unterwegs, das gut zweieinhalbmal so groß wie ein Touran ist (und nebenbei bemerkt so hoch, daß ich aufrecht unter dem geöffneten Kofferraumdeckel stehen kann), und einen sagenhaften Ausblick zu genießen!

Schon die Anfahrt vom Flughafen Denver nach Boulder, obwohl um halb zwei in der Nacht, war gigantisch, denn nach knapp 40 Meilen mehr oder weniger flachen Landes fährt man über eine Hügelkuppe in das Tal, in dem Boulder liegt, umgeben von den Rocky Mountains, die dem schwarzen Nachthimmel (keine Lichtverschmutzung!) eine noch schwärzere monumentale Linie verpassen. Und es ist wirklich so: Die Berge sind nur einen Steinwurf entfernt und fast könnte man meinen, sie mit der Hand aus dem Schlafzimmerfenster heraus berühren zu können.

Das Unigelände selbst ist so groß, daß wir noch nicht alles erkunden konnten. Gleich hinter der Wohnanlage vom Family Housing, in dem wir untergebracht sind, erhebt sich das Football-Stadion, quasi als (von uns aus gesehen) dominierendes Gebäude, und dahinter verbergen sich weitläufige Parkanlagen mit den Unigebäuden. Was uns auch schon aufgefallen ist, sind die vielen Kinderspielplätze, die auch außerhalb unseres Wohnkomplexes in der ganzen Stadt verteilt sind.

Mehr Eindrücke gibt es dann mit Sicherheit nächste Woche zu berichten, wenn wir mal begonnen haben, eine Sightseeing-Liste zusammenzustellen. Nur eines noch: Daß hier alles größer und weitläufiger ist als in Europa zeigt sich auch am Essen, denn vom Jetlag geplagt haben wir uns am ersten Tag einfach eine Fertigpizza in den Ofen geschoben, und zum ersten Mal hat eine einzige für uns alle drei gereicht. Und: Auch wenn man mit Sicherheit zu Recht über die Riesenautos schimpft; das Fahrgefühl ist phantastisch. Leider mußten wir den Suburban heute zurückgeben, und schon aus rein finanziellen Gründen dürfte es das wohl gewesen sein mit selbst auf amerikanischen Straßen großen Autos… Aber es war ein Genuß, mal respektvollen Abstand von BMWs und Jaguars zu bekommen und auf die Dächer der Hummer im Gegenverkehr herunterschauen zu können!

Recht viele Grüße aus Colorado,

Eurer Anderl