Wie sich keine Veröffentlichung trotzdem gut anfühlen kann

(gesendet am 18. October 2010)
Einen schönen guten Abend miteinander,
 
heute kann ich meine Heimatpost mit einer guten und einer nicht ganz so guten Nachricht anfangen. Die gute Nachricht ist, daß der Streß des Paperschreibens vorbei ist, und daß die vergangene Woche wirklich enorm gut und produktiv war. Die nicht ganz so gute Nachricht ist, daß das mit dem Paper trotzdem nix wird, weil die Profs mal wieder keine Zeit hatten, bis zum Nachmittag vorm Abgabetermin anzuschauen, was ich geschrieben habe. Trotzdem, das kann ich sagen, fühle ich mich gerade nicht so fertig, wie das früher der Fall war. Vielleicht deshalb, weil ich diesmal weiß, daß meine Arbeit wirklich klasse ist und das Problem nicht bei mir liegt. Naja, und dann reihe ich mich auch ein in die lange Liste derer, denen es mit ihren Publikationen für den IFAC World Congress nächstes Jahr ebenso ergangen ist wie mir, nur früher schon.
 
Die vergangene Woche war, wie schon gesagt, in erster Linie vom Paper geprägt. Es geht darin in erster Linie um eine neue Art, Pfade für mehrere (Unter-)Wasserfahrzeuge gleichzeitig zu planen, und dabei Kollisionen untereinander und auch mit Hindernissen zu vermeiden. Das alles basiert auf einer theoretischen Grundlage von John, der damit natürlich auch einer der Coautoren des Papers gewesen wäre. Wir werden, wenn es nach António geht und ich mit der Arbeit fertig werde (wobei zumindest Letzteres sicher ist, so sehr, wie ich gerade in Schwung bin), die Publikation vervollkommnen und dann bei der CDC im Februar einreichen. Also halt Orlando (Florida) im Dezember nächstes Jahr, anstelle von Mailand im September.
 
Freizeitbeschäftigungen gab es wegen der Schreiberei unter der Woche keine einzige, und ich muß sagen, daß mir die Trompete langsam mehr fehlt als die Luft zum Atmen. Durch die unleidige Situation mit dem ständig aufgeschobenen Umzug, und der damit einhergehenden Tatsache, daß seit eineinhalb Monaten unser Hab und Gut in Umzugskartons verpackt und wenig zugänglich ist, war nicht oft die Möglichkeit gegeben, zu üben. Momentan sieht es aber nicht so schlimm aus, und wir fangen fast schon wieder an, Hoffnungen zu haben, nicht noch öfter zu Freunden ziehen zu müssen.
 
Da meine Melli für Prüfungen lernt, haben wir das Wochenende diesmal auch aufs heimische Filme Anschauen beschränkt und einen Besuch beim Chinesen, wo ich mich ans Tofu getraut habe und wir festgestellt haben, daß wir dort nochmal hingehen müssen, wenn der Nachwuchs da ist und Melli wieder Meeresfrüchte essen darf, weil offensichtlich kantonesische Küche vor allem dieses reichhaltig beinhaltet.
 
Ich werde mich jetzt noch kurz damit beschäftigen, Matlab dazu zu animieren, meine Simulationen doch für mehr als nur zwei Fahrzeuge durchzuführen, und mir dann einen frühen Feierabend gönnen. Eine erfolgreiche Woche Euch allen und bis zum nächsten Mal,
 
Euer Anderl