Sommerliche Weisheiten

(gesendet am 27. July 2010)
Konfuzius sagt: Laute Freunde sind oft leise Feinde.
… der ist wohl auch WG-geschädigt, der Gute.
 
Griaß Eich Gott, alle miteinander,
 
drei Wochen hab ich mir schon wieder Zeit genommen für diese Ausgabe. Ich hab in der Zwischenzeit schon mit ein paar von Euch telefoniert, und von daher wissen die meisten, daß mir momentan einfach zu viel Arbeit ins Haus steht. Durchaus positiv allerdings, weil ich im September wieder eine Veröffentlichung einreichen kann (diesmal etwas völlig anderes, nämlich über eine möglichst korrekte Art, den Energieverbrauch eines Unterwasserfahrzeugs richtig vorherzusagen, so daß man das dann zur Pfadplanung mit minimalem erwarteten Energieverbrauch verwenden kann). Außerdem muß ich mich um meine Bewerbung bei der EU kümmern, um ein neues Stipendium zu bekommen. Mein derzeitiges läuft mit diesem Juli aus. Das heißt, falls ich noch die Überweisung bekomme: Aus unerklärlichen Gründen ist diese nämlich bisher ausgeblieben. Es gibt zwar Vermutungen, daß das an der erhöhten Einkommenssteuer liegt, aber genau sagen kann mir das keiner, nicht mal die Leute von der Schatzkammer.
 
Nachdem Ihr jetzt in Deutschland das portugiesische Sommerwetter hattet, während wir hier die Pullis ausgepackt haben, hat sich das ins Gegenteil verändert, und wir haben auf einen Schlag wieder das Wetter, das ich sonst nur von den beiden ersten Augustwochen kenne. Man schmort sozusagen im eigenen Saft. Die Klimaanlagen bei uns im Stockwerk kommen mit der Ladung nicht zurecht, und schaufeln nur die warme Luft herum, weswegen mir ein USB-Ventilator ins Gesicht bläst. Mit dem Resultat, daß ich seit gestern ein Halsweh habe, wie ich es sonst nur vom Winter kenne, und deshalb fleißig an meinen importierten Emser Pastillen lutsche. Aber vorm Computer zu schwitzen ist wohl die Projektion der Klassik in die Gegenwart, denn wie hat Schiller schon 1799 geschrieben?
 
Heute muß die Glocke das Paper werden,
Frisch, Gesellen! seid zur Hand.
Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß.
 
Am Freitag war der Junggesellenabschied von Nelson. Weil jeder von Euch bestimmt fixe Vorstellungen davon hat, wie sowas abläuft, und weil Ihr mir sowieso nicht glauben würdet, wenn ich erzählen würde, was wirklich los war, laß ich das jetzt einfach so im Raum stehen.
 
Unsere Wochenenden sind momentan auch sehr von Arbeit geprägt, weil die Melli immer wieder nach Beja muß zum Datensammeln. Auf diese Art kommt sie mehr in Portugal rum als ich in den letzten drei Jahren. Aber das paßt auch zu ihrem Portugiesisch, das nämlich auch besser ist als meins in den letzten drei Jahren. Weil sie halt auch fleißiger ist als ich in den letzten drei Jahren.
 
Wir machen dieses Jahr keine Sommerferien, weil wir ja den Strand eh vor der Haustür haben. Allerdings gibt es einen Haufen zu tun, und obwohl wir den meisten August über in Lissabon sein werden, möchte ich deswegen hiermit eine Sommerpause der Heimatpost ankündigen. Kurz gesagt geht es darum, umzuziehen, und zwar mit dem ganzen Prozedere, das damit verbunden ist. Wer möchte, kann aber gern auf Urlaub vorbeikommen und dann beim Möbelschleppen oder malern helfen. Und vielleicht hab ich nach der Pause auch mal wieder ein paar Fotos zum Herzeigen.
 
Me ke aloha pau ‘ole,
Euer Anderl