Von Aschewolken

(gesendet am 21. April 2010)

Einen schönen guten Abend miteinander!

Trotz der Aschewolken, die momentan halb Europa zum Stillstand zwingen, gibt es einiges zu berichten aus Lissabon. António, mein Doktorvater, hängt in Zagreb fest, aber dafür kann John, der Gasprofessor aus Boulder, nicht nach Lund, und damit stehen die Dinge für mich gut, weil ich quasi eine Portion Extrazeit gewonnen habe, um von ihm zu lernen. Außerdem läuft's momentan recht gut mit der Vorlesung "Dynamic Stochastic Filtering, Prediction and Smoothing" -- die Hausaufgaben gehen zwar ziemlich langsam voran, aber ich lern dabei auch mal was, was mich länger beschäftigt als bis zu den Aufzugtüren.

Am Freitag ist Marco hier angekommen aus Italien, ein weiterer Doktorand im FREEsubNET-Projekt. Damit kamen dann auf mich auch noch quasi Betreuungsaufgaben zu, weil eben António nicht hier ist und Pedro irgendwie anderweitig beschäftigt.

Und was natürlich das Beste ist: Meine Melli ist seit einer Woche wieder zurück von ihrem Osterurlaub in Deutschland, und entsprechend gut geht's mir jetzt wieder. :-) Das letzte Wochenende hat sich dann auch rasch mit allerlei Wichtigem gefüllt: Wir waren beim Spazierengehen im Nachbarviertel, haben uns mit Marco und Pramod am Miradouro da Graça auf ein Bier getroffen, mit Naveen, Pramod, Behzad und Tiba eine Runde Smallworld gespielt, waren in der Kirche und haben einen Schweinsbraten für Constance (eine Kommilitonin von Melli) zubereitet, und dazwischendrin haben wir dann auch noch einen Film angeschaut und Musik gemacht.

Wettermäßig wird es jetzt auch wieder besser. Der Kälte- und vor allem Regeneinbruch, den wir nach den beiden Kurze-Hose-Tagen erlebt haben, neigt sich offensichtlich dem Ende zu, und ich überlege mir gerade, ob ich nicht die kurze Hose für morgen wieder raushole. Mal sehen, was passiert. Schlecht ist das natürlich nur wegen der Asche, die von Island herüberweht und für die nächsten Tage in Portugal erwartet wird. Wenn die nicht abregnet, sitzen einige Leute vermutlich noch länger hier fest, und da angeblich die Schaffner in Frankreich diese Zeit nutzen, um kollektiv in Streik zu treten, bleibt nur noch der Ausweg übers Wasser.

Ganz viele Grüße aus Lissabon von

Euerm Anderl

P.S.:Wenigstens haben wir hier keine Probleme damit, daß uns die importierten Ananas ausgehen.